Die Geschichte des Hotels Friesenhof auf Juist

 

Der Bau des Hotel Friesenhof wurde im Jahr 1899 begonnen.

Leider gelangte der erste Bauabschnitt nur bis zum Erdgeschoss, da dem Bauherrn, Herr Ebbinghaus aus Berlin, das Geld ausging.

Herr Ebbinghaus wollte den Bau des Hotels bar bezahlen und auf keinen Fall Kredite aufnehmen. Somit musste der Hotelneubau stillgelegt werden.

Bereits ein Jahr später wurde das Hotel nach den alten Plänen von einem Konsortium Norder Kaufleute fertiggestellt.

Im Jahre 1901 wurde das Hotel eröffnet.

Das Hotel Friesenhof war ein sehr großzügig angelegtes Haus mit vielen Aufenthaltsräumen, Salons und einem Saal, der als Restaurant diente.

Das Hotel wurde in den ersten Jahren von verschiedenen Hoteldirektoren geleitet.

Doch die Zeit des Aufschwungs war von kurzer Dauer, denn zu Beginn des ersten Weltkrieges wurde auch die Insel Juist zum militärischen Sperrgebiet erklärt. Somit durften keine Badegäste mehr kommen und der Betrieb musste geschlossen werden.

petersMein Urgroßvater, Harm Peters, Landwirtssohn aus Norden-Westgaste, diente während der Kaiserzeit von 1902 – 1904 in Berlin beim 2. Garde–Regiment. Viele Monate leitete er dort das Offizierscasino. Hier hatte sein Wunsch, in der Gastronomie tätig zu werden, seinen Ursprung.

Im Jahre 1920 kam mein Urgroßvater nach Juist. Ihm bot sich hier die Möglichkeit, als Kompagnon in die Hotelleitung des Friesenhofs einzusteigen.

Kurze Zeit später lernte er meine Urgroßmutter, Frau Ella Freese aus dem Hotel Fresena, kennen. Bereits im Jahre 1922 wurde geheiratet.

Die Zusammenarbeit mit dem Kompagnon Mus-Dehling erwies sich als schwierig. Daher beschlossen meine Urgroßeltern, sich von ihm zu trennen. Sie nahmen einen großen Kredit von ca. 100.000 Reichsmark auf, um die Familie Mus-Dehling auszuzahlen.

Nun begann der Ausbau des Hauses. Der Friesenhof war bis dahin ja noch ohne fließendes Wasser, ohne elektrische Beleuchtung und weitestgehend ohne Heizung.

Bereits im Jahre 1928 konnte ein Anbau an der Nordseite errichtet werden, um die bis dahin geringe Bettenkapazität zu erweitern. Ein Aufzugsschacht wurde mit eingeplant, aber der Einbau des Aufzuges konnte erst 1932 erfolgen.

geschi_2

Im Erdgeschoss wurden zwei Ladenlokale erstellt. Eines pachtete der Friseurmeister Haars, daneben eröffnete Herr Meyer einen Kolonialwarenladen.

Mitte der 30er Jahre bekam der Friesenhof die erste elektrische Großküche auf Juist.

Bis zum Jahre 1939 erlebte Juist und auch der Friesenhof einen stetigen Aufwärtstrend, dann brach der Zweite Weltkrieg aus und die Betriebe mussten wieder geschlossen werden.

Nach dem Ende des Krieges kam die Zeit des Wiederaufbaus. Doch erst wurden auch im Hotel Friesenhof viele Flüchtlinge untergebracht, wovon einige auf Juist eine neue Heimat fanden.

Im Frühsommer 1947 hatten die Engländer das Hotel samt Inventar beschlagnahmt. Alle Möbel und Kleinmaterial wurden ausgeräumt und zum Festland geschafft. Nur ein Minibetrieb mit wenigen, für privat bestimmten Möbeln, konnte aufrechterhalten werden.

Der ungenutzte Teil des Hotels wurde in den Jahren 1947/48 an das Hilfswerk aus Bethel/Bielefeld verpachtet.

Aufgrund guter Beziehungen zu langjährigen Stammgästen wurden im Winter 1949 neue Möbel angeschafft und ab Pfingsten konnten die ersten Gäste begrüßt werden.

Lebhafte, intensive Jahre folgten. Im Verbund hatten wir eine feste Musikkapelle. Zweimal wöchentlich wurden unter Leitung des Tanzmeisters Heinz Wegener Tanzabende durchgeführt.

Im Jahre 1963 konnten meine Urgroßmutter und meine Großeltern einen lang ersehnten Wunsch verwirklichen.
Ein zweiter Anbau wurde erstellt und der Friesenhof bekam die ersten Zimmer mit separater Dusche/Bad und WC.

geschi3Nach und nach wurde in den Folgejahren das gesamte Hotel renoviert und mit dem gewünschten Standard versehen.

Im Winter 2000/2001 konnten wir auf dem ehemaligen Grundstück von Foto Brunke einen Anbau errichten lassen, unser Augenmerk lag hier auf einer Verbesserung des Angebotes für unsere Hotelgäste.

Auf dem Dachgeschoss entstand eine großzügige Saunalandschaft, welche einen herrlichen Blick über die Insel Juist und das Wattenmeer bietet. In der zweiten Etage konnten wir unsere erste Hotel-Suite mit dem Namen „Lütje Hörn“ erstellen.

Im Jahr 2005 haben wir das Haus Pirola erstanden. Durch den Umzug der Mitarbeiter vom Hotel in das Haus Pirola, entstand die Hotel-Suite „Memmert Sand“, sowie ein Fitnessraum in der ersten Etage.

Der Mai 2009 brachte große Freude in unser Haus denn mit meinem Sohn Pepe Bolte kam die inzwischen 5. Generation unserer Hoteliers-Familie zur Welt. Im Dezember 2009 zogen Pepe, mein Mann Björn und ich selbst dann nach Juist und kümmerten uns seit dem mit um den Hotelbetrieb.

Die Saison 2012 sollte mit einer weiteren Neuheit punkten können, denn in der ersten Etage entstand unsere dritte Hotel-Suite. Mit dieser „Wellness Suite“ bieten wir unseren Gästen überaus viel Platz, einen riesigen Sonnenbalkon sowie eine eigene kleine Wellness-Oase in Form einer Whirlwanne und einer Infrarotkabine. Auch unsere „Küchenwerkstatt“ wurde in diesem Jahr im Erdgeschoss von Haus Pirola eröffnet.

In der Saison 2013 konnten sich unsere Gäste an der Neugestaltung unseres Salons erfreuen.

Im Winter 2013/2014 haben wir unser bei vielen Juist Urlaubern und Juistern gleichermaßen beliebtes Hotelrestaurant in neuem Glanz erstrahlen lassen.

Das Jahr 2015 war ein aufregendes Jahr. Ich übernahm von meinem Vater, Hans-Georg Peters, die Leitung des Hotel Friesenhof.

Auch planten wir wieder Neuerungen, die Ihren Urlaub in unserem Haus inzwischen noch schöner gestalten. Ende Juni 2015 war es soweit… Das wunderschöne, hoteleigene Hallenbad wurde eingeweiht – natürlich von Pepe! In unserem ruhig gelegenen Garten entstand dieser Anbau. Der Garten mit unserer beliebten Liegewiese wurde nach Ende der Bautätigkeit wieder hergerichtet und lädt zum Sonnen und Entspannen ein. Der Fitnessraum wurde aus der ersten Etage in die direkte Nachbarschaft der Schwimmhalle verlegt.

Ich freue mich, dass so viele Gäste und Gastfamilien bereits über lange Zeit oder sogar schon über Generationen ein Teil der Geschichte unseres Hauses sind.

Ihre

Tina Bolte